NAS Ratgeber - Teil 17: Einrichtung eines E-Mail-Servers

NAS Ratgeber - Teil 17: Einrichtung eines E-Mail-Servers - Bild: © Depositphotos.com/dacianlogan (Dacian Galea)

Gliederung

Dieser Ratgeber ist zur besseren Übersicht in mehrere Artikel unterteilt:

Die Ersteinrichtung: Teil 1 bis 6

Teil 1: Verwaltung von Nutzern und Gruppen
Teil 2: Beitritt zu Domänen und LDAP-Diensten
Teil 3: Konfiguration des Netzwerks
Teil 4: Einrichtung eines RAIDs
Teil 5: Erstellung von Volumes
Teil 6: Absicherung des NAS-Servers

Freigaben und private Cloud: Teil 7 bis 11

Teil 7: NAS mit PCs verbinden
Teil 8: Gemeinsame Ordner einrichten
Teil 9: Einrichtung der Netzwerkfreigaben
Teil 10: Einrichtung einer NAS-Cloud
Teil 11: Einrichten eines FTP-Servers

Fotos, Musik und Filme: Teil 12 bis 14

Teil 12: Filmstreaming über den NAS-Server
Teil 13: Einrichten von Musikstreaming
Teil 14: Fotostreaming einrichten

Kalender, Kontakte, E-Mail Server und Remotezugriff: Teil 15 bis 18

Teil 15: Einrichten eines CardDAV-Servers
Teil 16: Einrichtung eines CalDAV-Servers
Teil 17: Einrichtung eines E-Mail-Servers
Teil 18: Externen Zugriff einrichten



Einrichtung eines NAS Servers von A bis Z - Teil 17:

Einrichtung eines E-Mail-Servers

Der NAS-Server ist permanent mit dem Netzwerk und damit auch mit dem Internet verbunden. Damit würde er sich doch hervorragend eignen, um auch einen eigenen E-Mail-Server zu betreiben. Wie das funktioniert, erklären wir in diesem kurzen Ratgeber.

Die Grundvoraussetzungen

Zuerst brauchen Sie natürlich einen NAS-Server. Dieser muss permanent mit dem Internet verbunden sein. Wie Sie das genau anstellen, bleibt Ihnen überlassen, heute werden die meisten Menschen wohl zu einer Verbindung über den Router greifen. Zusätzlich benötigen Sie eine statische IP-Adresse. Theoretisch lässt sich ein E-Mail-Server auch mit dynamischen IPs aufbauen, dieser Weg ist allerdings nicht so zuverlässig. Um eine statische IP-Adresse zu erhalten, sollten Sie sich mit Ihrem Internetbetreiber in Verbindung setzen.

Zusätzlich brauchen Sie eine registrierte Domain sowie einen DNS-Server. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in Kapitel 2.2. Anschließend ist es vorrangig eine Sache der Software. In den folgenden Abschnitten erfahren Sie, wie Sie einen E-Mail-Server einrichten und diesen anschließend mit Ihrem E-Mail-Client oder auch einer webbasierten Lösung verwenden.

Einrichtung des E-Mail-Servers

Am Beispiel von DSM für Synology NAS-Server zeigen wir Ihnen, wie Sie einen E-Mail-Server aufbauen. Für andere NAS-Betriebssysteme stehen ähnliche Programme und Wege zur Verfügung.

Begeben Sie sich zuerst in das Paketzentrum und suchen Sie nach dem Paket Mail Server (nicht Mail Station, das ebenfalls im Paketzentrum zu finden ist!). Installieren Sie es und rufen Sie anschließend die Systemsteuerung auf. Damit Ihre E-Mails für alle Anwender nicht in einem einzigen Ordner gespeichert werden und dort Chaos ausbricht, müssen Sie zuerst den Benutzer-Home-Dienst aktivieren. Den finden Sie in der Systemsteuerung unter „Benutzer“ und anschließend „Erweitert“. Unten im Fenster sehen Sie jetzt die Option „Benutzer-Home-Dienst aktivieren“. Klicken Sie darauf und legen Sie fest, auf welchem Volume Sie den Dienst einrichten möchten. Da E-Mails in der Regel sehr wenig Speicherplatz einnehmen, muss es kein besonders großes Volume sein.

Kümmern wir uns jetzt um die Einrichtung des eigentlichen E-Mail-Servers:

  1. Öffnen Sie das installierte Paket Mail Server. Klicken Sie dort in der linken Spalte auf den Punkt SMTP. Dieser Protokolltyp wird von den meisten Mail-Diensten verwendet, um E-Mails von A nach B zu schicken.
  2. Im Feld darunter sehen Sie die SMTP-Authentifizierung. Aktivieren Sie diese Option, müssen Anwender später nicht nur Namen und Passwörter des E-Mail-Postfachs eingeben, sondern auch Zugriffsdaten für den NAS-Server. In der Regel ist das nicht empfehlenswert.
  3. Anschließend geben Sie den Namen Ihrer registrierten Domain ein. Dieser Name wird später der Anteil der E-Mail-Adresse sein, der nach dem @-Zeichen eingeblendet wird. Haben Sie also beispielsweise die Domain „meinnasserver.de“ registriert, könnten Ihre E-Mail-Adressen später ihrname@meinnasserver.de lauten.
  4. Als Port sollte die Nummer 25 verwendet werden, da dies für SMTP-E-Mail-Dienste der Standardport ist. Sie können ihn aber auch nach Belieben ändern (was aber nicht ratsam ist).

Mit der grundlegenden Konfiguration des E-Mail-Servers sind Sie jetzt schon fertig. Weitere Optionen umfassen beispielsweise die Aktivierung einer Verschlüsselung. Aus Sicherheitsgründen ist dies ratsam, allerdings kostet dies auch Systemressourcen. Wichtiger könnte die Maximalgröße für E-Mails sein: Je nach Anwendungszweck kann es sich lohnen, die E-Mail-Größe stark zu limitieren. Andernfalls könnte der E-Mail-Dienst von anderen Nutzern als Datentransfer-Tool „missbraucht“ werden, was eigentlich nicht Sinn und Zweck von E-Mail-Protokollen ist und auch den Speicherbedarf rasant anwachsen lässt.

Zugriff auf Ihren E-Mail-Server

Nach der Einrichtung des E-Mail-Servers gibt es unterschiedliche Methoden, um auf Ihre E-Mails zuzugreifen. Diese sehen wie folgt aus:

  1. Mail Station

    Installieren Sie das Paket Mail Station aus dem Paketzentrum. Wahlweise öffnen Sie Mail Station jetzt direkt über das installierte Paket oder im Webbrowser, indem Sie den Namen des NAS-Servers gefolgt von /mail angeben (also etwa meinnasserver/mail). Nach Eingabe des Benutzernamens und Passwort für DSM können Sie sich in Mail Station einloggen. Dort stehen Ihnen die typischen Fähigkeiten eines E-Mail-Clients zur Verfügung. Sie können also E-Mails lesen und schreiben, Anhänge versenden, Ordner anlegen und dergleichen mehr. Auf Mail Station haben Sie auch von unterwegs Zugriff, ohne einen weiteren Client auf Ihrem Gerät zu installieren.

  2. Externe E-Mail-Clients

    Outlook, Thunderbird und andere E-Mail-Clients können ebenfalls auf Ihren Server zugreifen. Bevor Sie das versuchen, gehen Sie noch einmal in die Einstellungen von Mail Server. Dort aktivieren Sie unter „IMAP/POP3“ diejenige Option, die Ihr Client verwendet. Wenn Sie sich nicht sicher sind, schauen Sie nach, welches Protokoll Ihr Client unterstützt. Die nächsten Schritte fallen identisch aus zur Nutzung eines E-Mail-Kontos bei einem anderen Anbieter: Öffnen Sie den Client und fügen Sie ein neues Konto hinzu. Geben Sie dort die Daten Ihres Postfachs ein und bestätigen Sie Ihre Angaben. Nach einer kurzen Wartezeit und dem eventuellen Versand einer Test-E-Mail durch den Client können Sie das Postfach nutzen.

Sollte es nicht funktionieren, dürfen Sie nicht gleich aufgeben: Das Aufsetzen eines E-Mail-Servers ist eine komplizierte Angelegenheit. Überprüfen Sie E-Mail- und DNS-Einstellungen und prüfen Sie auch die Interneteinstellungen Ihres NAS-Servers. Ist dieser nicht korrekt mit dem Internet verbunden, wird auch der E-Mail-Empfang nicht möglich sein.

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