ReadyNAS OS

ReadyNAS OS - Bild: © Depositphotos.com/a3701027d (Tawatchai Khid-arn)

Netgear, im Privatbereich eher bekannt als Hersteller von Routern und passender Software, ist auch im NAS-Bereich vertreten. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf ReadyNAS: Diesen Namen hat Netgear nicht nur den eigenen Produkten, sondern auch dem Betriebssystem für NAS-Server * gegeben. Was es kann und wie Sie es benutzen, erfahren Sie jetzt!

Netgear NAS Bestseller

Die ersten Schritte

Diese führen wie immer über die Eingabe der IP-Adresse des NAS-Servers zum Startbildschirm von ReadyNAS. Nach einer kurzen Willkommensnachricht geben Sie typische Daten ein (wie Ihre Zeitzone sowie den Namen des NAS-Servers). Interessant ist hier direkt am Anfang die Möglichkeit, Alarme zu setzen. Beispielsweise sendet Ihnen Ihr ReadyNAS eine Nachricht an Ihre E-Mail-Adresse, wenn das Gerät ein Problem mit den Festplatten bemerkt, die Stromversorgung verliert und so weiter. Vergessen Sie hier außerdem nicht, einen Benutzernamen sowie ein Passwort für das Admin-Konto festzulegen (nicht „Passwort“!).

Kurze Zeit später befinden Sie sich bereits auf dem Desktop von ReadyNAS. Einen „echten“ Desktop à la QNAP oder Synology bietet dieses Betriebssystem nicht. Stattdessen nutzt ReadyNAS diverse Menüpunkte in einem Band an der oberen Seite. Hier bekommen Sie unter anderem Zugriff auf Systemeigenschaften, die verwendeten Festplatten, iSCSI-Laufwerke, die Benutzerkonten und auch die Netzwerkverwaltung. Bei Bedarf installieren Sie hier auch weitere Apps und fertigen Backups an. Heute selbstverständlich: Einen Cloud-Zugriff können Sie ebenfalls einrichten.

Ein genauerer Blick auf ReadyNAS

Zuerst gibt Ihnen das Betriebssystem die Möglichkeit, den Zustand der Festplatten zu prüfen (über „System -> Volumes“). Bei Bedarf erlaubt Ihnen ReadyNAS hier die Formatierung von Festplatten oder auch die Einrichtung diverser RAID-Levels. Ebenfalls in den System-Einstellungen finden Sie Aussagen über die Temperatur der CPU, die Umdrehungsgeschwindigkeit des Lüfters und dergleichen mehr. Netgear geht hier sehr gründlich vor und stattet Ihre NAS-Server mit so vielen Sensoren aus, dass auch die kleinsten Details des Geräts überwacht werden können.

Ein weiterer wichtiger Punkt in den Einstellungen sind die Services: ReadyNAS erlaubt Ihnen die (De-)Aktivierung praktisch aller wichtigen Datentransferprotokolle. Hier können Sie etwa SMB und FTP aktivieren, aber NFS und AFP deaktiviert lassen. iTunes-Server können Sie hier ebenfalls umschalten, außerdem können Sie bei der Einrichtung von Webservern die HTTP- oder HTTPS-Protokolle ein- und ausschalten. Zusätzlich gibt Ihnen ReadyNAS die Option, den Timer für den Ruhezustand der Festplatten zu definieren. Stellen Sie beispielsweise so ein, dass die Festplatten nach 30 Minuten abgeschaltet werden sollen, um damit dauerhaft die Festplatten zu schonen.

Ebenfalls ein wichtiger Aspekt für jeden NAS-Server *, der von mehreren Personen genutzt wird, sind die geteilten Ordner. ReadyNAS bietet Ihnen einen sehr aufgeräumten Überblick über die erstellten Shared Folder, deren Größe und auch die Protokolle, mit denen Sie auf diese Ordner zugreifen können. Bei Bedarf ändern Sie diese Eigenschaften mit einem einfachen Rechtsklick. Direkt „out of the box“ ist dieses Betriebssystem von Netgear somit mit zahlreichen wichtigen Optionen für den Betrieb von NAS-Servern ausgestattet – aber was machen Sie, wenn Sie einfach „mehr“ brauchen?

Apps für ReadyNAS

Wie jeder größere Anbieter von NAS-Servern hat auch Netgear ein eigenes App-Center im Betriebssystem integriert. Dies fällt nicht ganz so umfangreich aus wie für Synology etwa, trotzdem werden Sie hier sehr viele interessante Programme finden. Beispielsweise können Sie hier MySQL-Server aufsetzen, indem Sie die passende App herunterladen. Transmission als P2P-Programm ist ebenfalls bekannt und beliebt und hilft dabei, BitTorrent-Daten zu beziehen. Medienserver für Logitech-Geräte lassen sich nachträglich aufrüsten, dazu kommen RSS-Server und auch eine eigene Owncloud könnten Sie auf Ihrem ReadyNAS installieren. Antivirenpakete runden das Angebot zusammen mit beliebten Medienservern wie Plex ab.

Insgesamt sollte es wenige Aufgaben geben, die Sie einem NAS-Server von Netgear * nicht zutrauen können. Für den „seriösen“ Betrieb eignen sich diese Geräte genauso wie für Multimediazwecke zu Hause. Allerdings genehmigen sich einige dieser Apps überraschend viel RAM. Möchten Sie Ihren NAS-Server zu einer kleinen Allzweckwaffe umfunktionieren, sollten Sie sich also gleich einen ausreichend dimensionierten ReadyNAS zulegen.

Backups mit ReadyNAS

Ihre Daten können Sie mit einem Netgear-NAS natürlich auch sichern. Dafür gibt es einen praktischen Backup-Button, mit dem Sie nur einen einzigen Klick brauchen, um vorher definierte Ordner auf ein anderes Speichermedium zu übertragen (wie etwa andere Festplatten innerhalb des NAS-Systems oder auch externe Speichergeräte wie USB-Festplatten). Dazu unterstützt das System TimeMachine für Apple-Geräte, außerdem können Sie Daten auch auf Cloud-Speicher auslagern. Beachten Sie, dass diese Datenübertragung bei einer Datenmenge von eventuell mehreren Terabyte natürlich sehr viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Aus Sicht der Geschwindigkeit sind Backups auf physikalisch vorhandene Datenträger daher immer deutlich ratsamer.

Zusätzlich erstellen Sie einen Terminplan, sodass Sie Daten beispielsweise jeden Sonntag um 17:00 Uhr sichern. Sie können jedoch auch einmalige Zeitpunkte festlegen oder die ganze Arbeit manuell in die Hand nehmen. Insgesamt ist die Backup-Funktionalität sehr ausgereift und lässt besonders im privaten Bereich keine Wünsche offen. Für den Betrieb in Unternehmen können Sie sich auch entscheiden, einzelne LUNs in iSCSI-Laufwerken zu sichern. Es ist daher recht einfach, kleinere Abschnitte großer Festplatten-Arrays regelmäßig zu sichern. Die Funktion beherrscht ReadyNAS von Haus aus, Sie müssen also nicht erst mit heruntergeladenen Apps „nachbessern.“

Cloud-Funktionen von ReadyNAS

Kein NAS-System ist heute komplett ohne eine Verbindung zur Cloud (oder Remote-ähnlichen Diensten). ReadyNAS spaltet diese Funktionen in drei Module auf:

  • ReadyCLOUD
    Mit dieser Funktion können Sie von unterwegs über einen Webdienst auf Ihren NAS-Server zugreifen. Eine gesonderte Konfiguration des Routers für Portfreigaben oder ähnliche Arbeitsschritte sind nicht notwendig. Sobald Sie ReadyCLOUD aktivieren, können Sie aber auch ohne den Cloud-Dienst auf den Server zugreifen. Zusätzliche Apps für Windows-PCs, macOS-Geräte sowie Smartphones und Tablets runden dieses Angebot ab. Sie können weiterhin definieren, welche Nutzer Zugriff über die Cloud bekommen sollen.
  • ReadyNAS Replicate
    Mit diesem Dienst können Sie Backups über das Internet oder Netzwerk an vorher definierte, andere ReadyNAS-Systeme leiten. Das ist zwar auch ohne diesen Service möglich, Replicate vereinfacht den Prozess aber. Mit wenigen Klicks können Sie damit den kompletten Inhalt eines NAS-Servers spiegeln und auf einen anderen Server übertragen. Diese müssen nicht baugleich sein. Hauptsache, es ist genügend Festplattenkapazität auf dem Zielgerät vorhanden.
  • ReadyNAS Remote
    Diese Lösung dient vor allem für sichere VPN-Verbindungen. Die Funktionalität unterscheidet sich nicht deutlich von der Cloud-Lösung, allerdings können Sie auf das ganze „Drumherum“, also etwa das Webportal, verzichten. Außerdem ist der Zugriff dank der VPN-Lösung wesentlich sicherer, was vor allem wichtig sein kann, wenn Sie das ReadyNAS in einem gewerblichen Umfeld in Unternehmen nutzen möchten.

Alle genannten Services können Sie einzeln ein- und ausschalten. Der Zugriff aus der Ferne wird daher niemals zu einem echten Problem werden.

Ausgereifte Nutzerverwaltung

Abschließend lässt Ihnen das ReadyNAS OS die Freiheit, Nutzer einzurichten und dabei so vorzugehen, wie Sie sich das vorstellen. Beispielsweise definieren Sie einzelne Nutzer, was vor allem in privaten Bereich die beste Lösung sein sollte. Für Unternehmen stellt ReadyNAS auch die Einrichtung kompletter Nutzergruppen bereit. Zusätzlich wählen Sie aus, wie sich Nutzer autorisieren sollen, um zu bestimmten Ordnern Zugriff zu erhalten. Ebenfalls interessant: Sie können Cloud-Nutzer anlegen und somit bestimmen, welche Anwender nicht nur im Netzwerk vor Ort, sondern auch über das Internet Daten verwalten dürfen.

Die Informationen pro Nutzer fallen ausreichend umfassend aus. Neben dem Namen legen Sie unter anderem die E-Mail-Adresse fest oder lassen standardmäßig anzeigen, in welcher Gruppe der Anwender unterwegs ist. Bei eventuellen Problemen wäre es somit sehr einfach, diesen Anwender zu kontaktieren. Im privaten Bereich wird dies natürlich selten bis nie eine Rolle spielen. Es zeigt aber einmal mehr, dass Netgear eine Rundum-Lösung für Endkunden und Unternehmenskunden gleichzeitig geschaffen hat.

** Letzte Aktualisierung am 18.10.2017 um 07:25 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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