So gut ist die neue Synology DS 723+

Synology hatte ein eher ruhiges Jahr 2022 und wir mussten sehr lange auf die neuen Modelle warten. Nun kehrt der Hersteller aber langsam zu seiner üblichen Veröffentlichungsfrequenz zurück. Ende 2022 wurde die DiskStation DS923+ vorgestellt und jetzt auch endlich die DS723+. Letzteres is ein NAS mit zwei Einschüben, welches einige verlockende Verbesserungen gegenüber seinem Vorgänger aufweist.

Bereits der Vorgänger hatte zwei M.2 Steckplätze für zusätzliche SSDs. Diese konnten allerdings nur als Cache verwendet werden. Das ändert sich mit der DS723+. Die M.2 SSDs können jetzt auch als Speicher benutzt werden. Darüber habe ich mich persönlich am meisten gefreut, da dies spürbare Verbesserungen für einige meiner Docker Container und VMs mit sich bringt.

Synology - DS723+

Auch bei dem Prozessor hat sich etwas getan. Synology kehrt dem Intel Celeron der Vorgängermodelle den Rücken und setzt jetzt auf AMD. Der Ryzen R1600 ist die gleiche CPU, die auch in der DiskStation DS1522+ mit 5 Einschüben – einem der besten NAS-Server für den Heimgebrauch und kleine Unternehmen – zum Einsatz kommt und sich im täglichen Gebrauch als zuverlässig erweist. Die DiskStation Manager (DSM)-Software ist, meiner Meinung nach, das einfachste Betriebssystem für NAS Server und für mich der Grund Synology Geräte einem Qnap oder Asustor meist vorzuziehen.

Interessant ist auch, dass die Synology DS723+ einen PCIe-Steckplatz erhalten hat, der 10-Gigabit-Ethernet ermöglicht. Das haben wir so schon bei er DS923+ und DS1522+ gesehen.

Aber genug zu den Daten. Schauen wir uns jetzt an, wie sich die DS723+ im Alltag schlägt und ob das 2023er-Modell ein Upgrade wert ist.

Synology Diskstation DS723+: Preis und Verfügbarkeit

Synology stellte die DiskStation DS723+ am 10. Januar 2023 vor. Die offizielle Preisempfehlung liegt bei 520,50 €. Das ist eine Preissteigerung von über 80 € zum Vorgängermodell. Am Ende dieses Artikels werde ich noch darauf eingehen, ob die neuen Funktionen die 80 € Wert sind oder ob sich vielleicht auch ein älteres Modell lohnt.

Die Verfügbarkeit in den bekannten Onlineshops ist aktuell noch sehr überschaubar. Auch hier schlagen wohl Lieferkettenprobleme zu.

Hier ein paar Shops, wo die DS723+ aktuell verfügbar ist:

Technische Daten der DS723+ – Übersicht

Das NAS verfügt standardmäßig über 2 GB RAM, zwei Gigabit-Ethernet-Anschlüsse und einen USB 3.2 Gen 1-Anschluss an der Vorderseite sowie einen eSATA-Anschluss an der Rückseite. Dieser dient zum Anschluss eines externen Laufwerkschachts wie dem DX517, womit sich die Festplatteneinschübe um 5 weitere 3,5“ Bays erweitern lassen.

Hier ein Überblick über die Hardware:

CPU AMD Ryzen R1600
Netzwerk Ports 2 x 1 Gbit
USB Anschlüsse 1 x USB 3.2 Gen 1
eSATA Ports 1
PCI Steckplätze 1 x Gen3 x2
Laufwerkseinschübe 2 x 3,5″ oder 2 x 2,5″
M.2 Steckplätze 2 für Speicher oder Cache
RAM 2 GB SODIMM DDR4 ECC (bis zu 32GB)
2 Steckplätze
Lüfter 92 mm
21 dB
Gewicht 1,5 kg ohne Festplatten

Synology Diskstation DS723+: Design und Funktionen

Synology hat das Design seiner NAS-Server schon seit einiger Zeit nicht mehr verändert. Auch die DS723+ kommt wieder im fast identischen Gehäuse wie der Vorgänger. Das bedeutet eine mattschwarze Kunststoffverkleidung, die sehr robust ist. Obwohl der Server überwiegend aus Kunststoff besteht, hat er eine erstklassige Verarbeitungsqualität.

An den Seiten findet man große Synology-Logos, die auch für eine passive Luftzirkulation im Gehäuse sorgen. Die Vorderseite der DS723+ ist mit LED-Anzeigen für die Laufwerksschächte, einer Systemstatus-LED und einem Netzschalter an der Unterseite sehr übersichtlich. Die LEDs lassen sich in der Software einstellen und auch deaktivieren.

Der einzelne 92 mm Lüfter auf der Rückseite leistet hervorragende Arbeit bei der Luftzirkulation, und das belüftete Design sorgt dafür, dass das NAS unter Last nicht überhitzt.

Der Lieferumfang der DS723+ ist ziemlicher Standard. Enthalten sind, neben dem NAS selbst, Schrauben zur Installation von 2,5-Zoll-Laufwerken und zwei Cat 5e Ethernet-Kabel.

Während größere Server wie die DS1621+ über ein internes Netzteil verfügen, wird die DS723+ mit einem externen 65 Watt Netzteil ausgeliefert.

Die Installation der NAS Festplatten ist denkbar einfach. Die bereits aus den Vorgängermodellen bekannten Laufwerksschächte machen die werkzeuglose Installation zu einem Kinderspiel. Für die Verwendung von 2,5-Zoll HDD oder -SSD liefert Synology die passenden Schrauben gleich mit.

An der Unterseite des NAS befinden sich zwei M.2-Steckplätze, die endlich sowohl für einen Speicherpool als auch für SSD-Caching genutzt werden können. Dies ist eine große neuerung, über die ich mich persönlich am meisten freue.

DS723 - M.2 Steckplätze

Allerdings kann die DS723+ nicht ausschließlich mit M.2-Laufwerken verwendet werden. Für die DSM Installation muss eine 3,5-Zoll- oder 2,5-Zoll-Festplatte in einem der Laufwerksschächte vorhanden sein.

Anschlüsse der Synology Diskstation DS723+

Die DS723+ unterscheidet sich in puncto Konnektivität nicht allzu sehr von ihrem Vorgänger. Das NAS verfügt über zwei Gigabit-Ethernet-Anschlüsse und einen eSATA-Anschluss zum Anschließen einer Laufwerkschachtserweiterung. Wie alle Jahre wieder hätte ich mir hier natürlich wenigstens 2,5 Gigabit LAN Ports gewünscht. Andere Hersteller bieten das in dieser Preisklasse längst an.

Dennoch gibt es einen Weg zu 10 GbE-Netzwerken auf der DS723+. Erreicht wird das durch den PCIe Gen 3 x2-Steckplatz auf der Rückseite. Über diesen Steckplatz kann eine Netzwerkkarte, wie zum Beispiel die E10G22-T1-Mini, montiert werden und das NAS so auf eine 10GbE-Verbindung aufgerüstet werden. Obwohl die DS723+ von Haus aus nicht über ein Multi-Gig-Netzwerk verfügt, kann es auf sehr einfache Weise auf 10GbE umgerüstet werden.

Die Umstellung auf 10 GbE macht natürlich am meisten Sinn, wenn man M.2-Speicher in Verbindung mit den Festplattenschächten verwenden möchten. Ich hätte mir zwar gewünscht, dass die DS723+ standardmäßig mit 2,5GbE-Ports ausgestattet wäre, aber die Tatsache, dass man über ein optionales und sehr einfaches Upgrade auf 10 GbE upgraden kann, ist eine gute Alternative, mit der ich leben kann.

DS723 PCI LAN Erweiterung

Leistung der Synology Diskstation DS723+

Synology hat sich bei den aktuellen Modellen von Intel verabschiedet und setzt nun auf AMD. Der Ryzen R1600, der in der DS723+ arbeitet, ist ein Dual-Core-Modell mit vier Threads und einer Basisfrequenz von 2,60 GHz bzw. einem 3,10 GHz Boost. Das Beste an der Umstellung ist, dass die DS723+ damit deutlich performanter ist als die mit den Celeron J4125-betriebenen DS720+ und DS920+.

Allerdings ergibt sich durch die neue CPU auch ein, für einige Nutzer, nicht unerheblicher Nachteil. Der Ryzen R1600 hat keinen integrierten Grafikprozessor, was bedeutet, dass die DS723+ eine wichtige Funktion verliert: Hardware-Plex-Transcoding. Für die meisten Plex-Nutzer wird dies kein Problem sein, da die direkte Wiedergabefunktion für 4K-Inhalte auf den meisten Geräten zuverlässig funktioniert. Wenn man jedoch exotische Codecs verwendet, die von den Zielgeräten nicht unterstützt werden, dann bleibt hier nur die Softwaretranscoierung. Allerdings wird das heutzutage wahrscheinlich kaum jemanden betreffen, weil aktuelle Abspielgeräte mittlerweile sehr viele Codecs unterstützen.

DS723 - RAM Steckplatz

Die DS723+ wird mit 2 GB Arbeitsspeicher ausgeliefert. Im Gegensatz zum Vorgänger, bei dem der Speicher verlötet war, hat man nun aber Zugang zu beiden SO-DIMM-Steckplätzen. Wer später den RAM erweitern möchte, kann das hier also problemlos tun. Bis zu 32 GB können installiert werden.

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Für die Möglichkeiten, die der Ryzen R1600 und der SSD Speicher bietet, finde ich 2 GB recht knapp bemessen. Wer das volle Potenzial mit Docker Containern und virtuellen Maschinen ausnutzen möchte, der sollte auf jeden Fall mehr Arbeitsspeicher einplanen.

Für mich die herausragendste Neuerung der DS723+ ist die Möglichkeit, M.2-Steckplätze für die Speicherung zu verwenden. Ein großer Nachteil ist allerdings, dass man offiziell nur SSDs der SNV3410-Serie von Synology mit dem NAS verwenden soll. Angesichts des Strombedarfs und der Tatsache, dass günstigere SSD auch gerne mal überhitzen könnten, verstehe ich, warum Synology in dieser Hinsicht vorsichtig ist. Da die Kapazität der SNV3410-Serie jedoch maximal bis zu 800 GB geht, ist man dann leider doch wieder eingeschränkt. Hier muss Synology schnellstens größere M.2 SSD anbieten.

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Wenn es um Leistung geht, erfüllt die DS723+ alle Anforderungen. Der AMD R1600 hat ausreichend Leistung für Spielereien über die üblichen Standardanwendungen hinaus und sollte für viele Jahre ausreichend sein. Mit einer 10 GbE PCI Karte und den passenden M.2 SSDs gelang es mir die Bandbreite von 1.000 MB/s auszulasten. Die meisten Heimanwender werden diese Geschwindigkeit sicherlich nicht benötigen, aber die DS723+ kann so in Zukunft mit einem Upgrade eures Netzwerkes auch mitwachsen.

Bei normaler Festplattennutzung über die Gigabit-Ethernet-Ports erreicht man Geschwindigkeiten über 220 MB/s.

Synology Diskstation DS723+: Software

Das größte Verkaufsargument für Synology ist die Software. Qnap und ASUSTOR bieten vielleicht bessere Hardware in dieser Kategorie, aber ihre Software kommt nicht an das heran, was man mit Synology bekommt. Die DS723+ läuft mit DSM 7.1 und verfügt über eine umfassende Liste von Softwarefunktionen, die sich auch von Gelegenheitsnutzern einfach bedienen lassen.

Synology Fotos ist ein großes Unterscheidungsmerkmal zur Konkurrenz und für mich eine Offline-Alternative zu Google Fotos. Es sichert automatisch Fotos und Videos vom Telefonen und speichert diese auf dem NAS. Die Benutzeroberfläche ist kinderleicht zu bedienen und ähnelt der von Google Fotos.

Synology DS723+ Schreibtisch

Active Backup for Business ist eine Funktion, die ich zur Sicherung der Windows-Rechner in meinem Haus verwende, und sie leistet hervorragende Arbeit. Die Video-Station ist eine großartige Alternative zu Plex, und die Audio-Station ist eine leistungsstarke Audio-Streaming-Lösung, die sich perfekt eignet, wenn man eine große Musiksammlung hat. DSM 7.1 bietet auch eine Menge Erweiterungsmöglichkeiten und es gibt Pakete von Drittanbietern, die speziell für NAS Server entwickelt wurden.

Alternative zur DS723+

Wie schon bei der DS720+ und der DS920+ gibt es auch bei der DS723+ und der DS923+ keine großen Unterschiede. Beide Modelle verfügen über die gleiche Hardware und die gleichen Funktionen. Der einzige Unterschied besteht in den Laufwerksschächten und der Speicherausstattung: Die DS923+ verfügt über 4 GB Speicher, während die DS723+ 2 GB bietet. Die DS923+ lohnt sich also nur, wenn man unbedingt mehr als 2 HDDs benötigt. Bis 2 × 20 TB reicht auch die DS723+ aus.

Werd die Hardwaretranscodierung in Plex unbedingt benötigt, sollten sich lieber die Intel-basierten NAS-Modelle von Synology ansehen. Die Vorgängermodell DS720+ und DS920+ wären dafür sehr gut geeignet.

Synology 2 Bay NAS DiskStation DS720+ (ohne Disk)
Synology DS723+ 2-Bay Diskstation NAS (AMD Ryzen™ 4...
Bezeichnung
Synology DS720+
Synology DS723+
CPU
Intel Celeron J4125
Cores: 4 Threads: 4
2,0 GHz bis 2,7 GHz
Ryzen R1600
Cores: 2 Threads: 4
2,6 GHz bis 3,1 GHz
3,5" & 2,5" Festplatten
2 Einschübe
2 Einschübe
M.2 SSD
2 Steckplätze
für Cache nutzbar
2 Steckplätze
für Cache & Speicher nutzbar
LAN
2 x 1 Gbit
2 x 1 Gbit
USB
2 x USB 3.0 Gen1
1 x USB 3.2 Gen1
Preis
439,00 €
520,71 €
Synology 2 Bay NAS DiskStation DS720+ (ohne Disk)
Bezeichnung
Synology DS720+
CPU
Intel Celeron J4125
Cores: 4 Threads: 4
2,0 GHz bis 2,7 GHz
3,5" & 2,5" Festplatten
2 Einschübe
M.2 SSD
2 Steckplätze
für Cache nutzbar
LAN
2 x 1 Gbit
USB
2 x USB 3.0 Gen1
Preis
439,00 €
Synology DS723+ 2-Bay Diskstation NAS (AMD Ryzen™ 4...
Bezeichnung
Synology DS723+
CPU
Ryzen R1600
Cores: 2 Threads: 4
2,6 GHz bis 3,1 GHz
3,5" & 2,5" Festplatten
2 Einschübe
M.2 SSD
2 Steckplätze
für Cache & Speicher nutzbar
LAN
2 x 1 Gbit
USB
1 x USB 3.2 Gen1
Preis
520,71 €

Letzte Aktualisierung am 26.01.2023 um 22:34 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Solltest du die DS723+ kaufen?

du solltest die DS723+ kaufen, wenn:

  • du ein NAS mit 2 Einschüben und hervorragender Software möchtest
  • die M.2-SSDs zur Speicherung verwenden möchtest
  • zuverlässige Hardware benötigst, die einwandfrei funktioniert
  • du die Erweiterbarkeit von eSATA in der Zukunft evtl. nutzen wirst

du solltest die DS723+ nicht kaufen, wenn:

  • du Plex Hardwaretranskodierung benötigst
  • 2,5 oder 10GbE Ports out of the box möchtest

Mit der DS723+ bringt Synology seine Plus Kategorie auf den neusten Stand. Mit der DS1522+, der DS923+ und jetzt der DS723+ gibt es eine gute Auswahl an Servern für Heimanwender und kleine und mittlere Unternehmen. Der verbaute AMD Ryzen R1600 CPU ist dieses Jahr ein wirkliches Leistungsupgrade.

Die DS923+ und die DS723+ können die M.2-Steckplätze nun endlich auch für Speicherpools nutzen. Das ist ein riesiger Vorteil. Vor allem, wenn man bedenkt, wie lange wir dafür bei Synology warten mussten.

Die DS723+ ist, meiner Meinung nach, aktuell die beste Wahl für einen NAS-Server mit 2 Einschüben. Der Funktionsumfang in Kombination mit der ausgezeichneten DSM-Software macht es zu einer einfachen Empfehlung. Die Möglichkeit, M.2-Speicher zu verwenden und die Möglichkeit auf 10GbE Netzwerk upzugraden ist spitze. Ich hatte die Hoffnung längst aufgegeben, dass diese Funktionen ihren Weg in die neuen Modelle finden.

Mein Fazit zur Synology Diskstation 723+

Die DiskStation DS723+ hat mehrere verlockende Upgrades erhalten, die sie zu einer guten Wahl gegenüber ihrem Vorgänger machen. Die M.2-Steckplätze können endlich für die Speicherung zusätzlich zum SSD-Caching verwendet werden, der AMD Ryzen R1600 ist viel leistungsfähiger als der Celeron J4125 in der DS720+, und man hat die Möglichkeit, eine 10-Gigabit-Ethernet Karte hinzuzufügen. All das kombiniert mit der umfangreichen Synology Software, macht die DS723+ für mich zu dem ideales 2 Bay NAS.

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