Buffalo-Betriebssystem für NAS-Einsteiger

LinkStation OS - Bild: © Depositphotos.com/ra2studio (Ratz Attila)

LinkStation OS: Buffalo-Betriebssystem für NAS-Einsteiger

Die LinkStation-Geräte von Buffalo * mögen in Deutschland weniger bekannt sein als die Geräte von Synology & Co., aber das macht sie nicht weniger interessant. In diesem Artikel erfahren Sie, was Sie mit dem dazugehörigen LinkStation OS anstellen können und wie Sie diese NAS-Systeme verwalten.

LinkStation NAS Bestseller

Hard- und Software für Einsteiger

Sowohl die LinkStation-NAS-Server selbst als auch die dazugehörige Software richten sich in den kleineren Varianten an Personen, die neu im NAS-Bereich sind oder die aus anderen Gründen keine allzu hohen Ansprüche an das Gerät stellen. Mit größeren LinkStations mit zwei und mehr Festplatten-Bays eignen sich die NAS-Geräte dann aber auch für erfahrene Privatanwender.

Ähnlich wie andere NAS-Systeme im niedrigeren Preissegment richtet sich Buffalo mit den LinkStations an Personen, die entweder Daten archivieren und teilen oder Medien streamen möchten. Weitere Funktionen – wie vielleicht das Aufsetzen eines Webservers – sind im Auslieferungszustand nicht umsetzbar. Schlecht muss dieser Fokus auf das Wesentliche nicht sein: Wissen Sie genau, was Sie brauchen, sind Sie in der Buffalo-Welt möglicherweise gut aufgehoben.

Grundlegende Konfiguration

Wie bei praktisch allen relevanten Herstellern bedienen Sie auch NAS-Geräte von Buffalo * über eine Web-Oberfläche. Vorinstalliert ist eine modifizierte Version von Debian, die exakt auf die Bedürfnisse der LinkStation zugeschnitten ist. Sie dürfen nicht erwarten, das Gerät ähnliche wie einen Computer mit vorinstalliertem Debian zu nutzen: Da der Zugriff nur über den Browser erfolgt, entgehen Ihnen natürlich zahlreiche Eigenschaften dieses Betriebssystems. Das ist bei anderen Herstellern aber nicht anders.

Die Web-Oberfläche ist dabei selbsterklärend und führt Sie durch die Ersteinrichtung. Haben Sie sich für eine LinkStation mit vorinstallierter Festplatte entschieden, müssen Sie nicht einmal um die Installation des Betriebssystems kümmern (um die Einrichtung und die Vergabe von Benutzerrechten beispielsweise kommen Sie aber natürlich nicht herum).

Nutzung von LinkStation OS

Sobald Sie Konfiguration und Einrichtung hinter sich gelassen haben, können Sie das NAS-System bedienen. Wie die Web-Oberfläche genau aussieht, hängt auch von Ihrer LinkStation ab: Nicht jedes Modell beispielsweise unterstützt RAID-Verbunde von Festplatten. Der entsprechende Punkt würde also fehlen, wenn Sie ein nicht RAID-fähiges Modell erworben haben.

Bei Buffalo gilt außerdem: What you see is what you get. Sie können hier, anders als etwa bei QNAP oder Synology, keine weiteren Programme installieren. Aus diesem Grund gilt auch die Empfehlung für Einsteiger, die „nur“ ein Backup-NAS und ein Gerät für das Medienstreaming haben möchten. Erweiterbar ist die LinkStation nur schwer.

Von dieser Einschränkung abgesehen, können Sie auch die LinkStation wie andere NAS-Gerät * verwenden: Über die Administrationsoberfläche vergeben Sie Benutzernamen und Rechte, erstellen neue Ordner, weisen Zugriffsbeschränkungen zu und dergleichen mehr. Auf Ihre Ordner können Sie später durch SMB-Unterstützung auch über Windows-Oberflächen zugreifen. Buffalo ist dabei sehr großzügig und stellt Unterstützung bis hinab zu Windows XP für einige Modelle bereit.

Auf diese (und alle folgenden) Funktionen können Sie übrigens auch über das Internet zugreifen. Der Hersteller nennt dies Buffalo WebAccess. Nicht nur Sie können dadurch auf Dateien auf den Festplatten im NAS-Server zugreifen: Die LinkStation generiert bei Bedarf einen Link, den Sie auch an Freunde weiterreichen können. Bedenken Sie, dass Ihre eigene Upload-Geschwindigkeit meistens dafür sorgen wird, dass sehr große Datenmengen nur langsam an ihr Ziel gelangen.

Was kann meine LinkStation?

Im Auslieferungszustand: bereits recht viel. Beispielsweise können Sie sie ganz einfach als private Cloud verwenden, indem Sie Daten hoch- und herunterladen und sich damit unabhängig von OneDrive & Co. machen.

Von dieser grundlegenden Funktion abgesehen, ist in jeder LinkStation auch das nützliche Tool NovaBACKUP enthalten. Die Features unterscheiden sich dafür nicht grundlegend von anderen Backup-Lösungen: Sie spezifizieren Ordner und Daten, legen einen Zeitpunkt für automatische Sicherungen fest und sehen zu, wie Ihre Daten von einem beliebigen unterstützten Gerät auf Ihren NAS-Server wandern. Das ist wenig spektakulär, aber im Alltag ungemein nützlich. Eventuell relevant: Einzelne SCSI-LUNs können Sie damit nicht sichern.

Interessant für macOS-Anwender: Backups werden auch über TimeMachine unterstützt. Sie können Ihre über diese Software gesicherten Apple-Geräte also auch direkt auf die LinkStation übertragen und müssen sich über externe Datenträger keine Gedanken mehr machen.

Ebenfalls integriert ist ein BitTorrent-Client: Sie müssen Daten dadurch nicht durch einen auf einem Computer installierten Client über das BitTorrent-Netzwerk herunterladen, sondern können einfach die LinkStation verwenden. Sie ist ohnehin rund um die Uhr eingeschaltet und verbraucht deutlich weniger Strom als ein ausgewachsener Desktop-PC. Die Daten landen anschließend in einem Verzeichnis Ihrer Wahl und können von dort an andere Geräte verteilt werden.

Gute Nachrichten gibt es auch für Apple-Fans: Selbst die kleinste LinkStation kann bereits als iTunes-Server arbeiten und dadurch Playlisten und Musikinhalte für alle verbundenen Geräte zur Verfügung stellen. Das ist insbesondere auf Reisen praktisch, wenn Sie etwa in einem Hotel auf Ihre Musiksammlung zugreifen möchten, ohne diese auf dem Smartphone oder anderen Datenträgern mitzunehmen.

Medienstreaming über die LinkStation

Möchten Sie Filme und Serien etwa an einen Fernseher oder auf ein Tablet streamen, gibt Ihnen die LinkStation die Möglichkeit dazu – aber nur, wenn die Zielgeräte DLNA-zertifiziert sind. Ist das der Fall, werden Sie keine Probleme bekommen. Beachten Sie, dass die eher schwache CPU in den meisten LinkStations nicht für eine Transkodierung von Inhalten geeignet ist. Sie müssen Videoinhalte also im Originalzustand über das Netzwerk verteilen, was bei 1080p- oder Ultra-HD-Inhalten mit hoher Bitrate schwierig werden kann. Das ist jedoch kein Fehler der LinkStation, sondern eher eine Limitierung der meisten Netzwerke.

Bedenken Sie auch, dass Sie Ihrem Fernseher keine Formate zumuten können, die er nicht versteht. Die Zwischenschaltung eines Medienplayers, der sich um die Dekodierung von „ungewöhnlichen“ Video- oder Audioformaten kümmert, ist daher ratsam. Übrigens: Plex beispielsweise als beliebte Anwendung für NAS-Server gibt es für die LinkStation nicht in offizieller Form. Eine Bastellösung ist vorhanden – aber mit allen Nachteilen, die Bastellösungen eben mitbringen.

Zugriff auch via Smartphone

Buffalo hat die Zeichen der Zeit natürlich erkannt und fokussiert sich nicht nur auf den Datenaustausch zwischen dem eigenen NAS-Server und Windows-Geräten. Sie dürfen auch über Smartphones mit Android oder iOS auf den NAS-Server zugreifen und Dateien sichern. Auf Handys zählen dazu sicherlich Bilder und Videos, die Sie von unterwegs hochladen können, um so relativ schnell Platz auf dem Gerät zu schaffen. Damit das funktioniert, ist auf dem Smartphone eine Installation der passenden und kostenlosen App (namens SP Navigator) notwendig.

Mehr geht allerdings nicht: Während Sie etwa bei QNAP und Synology auch auf Smartphones über Apps verfügen, die beispielsweise Videostreaming ermöglichen, ist dies bei Buffalo nicht der Fall. Davon ebenfalls betroffen ist das Audiostreaming, Sie können sich also keinen Spotify-Ersatz für unterwegs basteln. Ob diese Einschränkungen für Sie von Belang sind, müssen Sie natürlich selbst entscheiden.

Vielfalt ist Trumpf

Das LinkStation OS befindet sich auf (derzeit) acht verschiedenen Geräten von Buffalo. Dazu zählen Modelle mit nur einem Einschub ebenso wie Varianten mit vier Bays. Sofern Sie sich mit dem leicht eingeschränkten Feature-Set der LinkStations anfreunden können, haben Sie hier also umfangreiche Möglichkeiten, den passenden NAS-Server zu kaufen. Weiterhin unterscheiden sich die Modelle hinsichtlich der Hardware-Ausstattung (CPU und RAM vornehmlich).

Welches Modell Sie benötigen, hängt vom Einsatzgebiet ab. Je mehr Nutzer gleichzeitig zugreifen, desto stärker sollte auch der NAS-Server dimensioniert sein. Für einige Benutzer möglicherweise von Relevanz: Die Unterstützung für Active Directory gibt es in den kleinsten Modellen nicht, Sie müssten dann etwas mehr Geld in die Hand nehmen.

LinkStation OS im Kern ist außerdem so einfach zu bedienen, dass sie praktisch nichts „kaputtmachen“ können. Haben Sie schon einmal Windows oder eine andere, umfangreiche Software installiert, werden Sie auch mit LinkStation OS sofort zurechtkommen.

** Letzte Aktualisierung am 21.10.2017 um 23:56 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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