Gliederung

Dieser Ratgeber ist zur besseren Übersicht in mehrere Artikel unterteilt:

Die Ersteinrichtung: Teil 1 bis 6

Teil 1: Verwaltung von Nutzern und Gruppen
Teil 2: Beitritt zu Domänen und LDAP-Diensten
Teil 3: Konfiguration des Netzwerks
Teil 4: Einrichtung eines RAIDs
Teil 5: Erstellung von Volumes
Teil 6: Absicherung des NAS-Servers

Freigaben und private Cloud: Teil 7 bis 11

Teil 7: NAS mit PCs verbinden
Teil 8: Gemeinsame Ordner einrichten
Teil 9: Einrichtung der Netzwerkfreigaben
Teil 10: Einrichtung einer NAS-Cloud
Teil 11: Einrichten eines FTP-Servers

Fotos, Musik und Filme: Teil 12 bis 14

Teil 12: Filmstreaming über den NAS-Server
Teil 13: Einrichten von Musikstreaming
Teil 14: Fotostreaming einrichten

Kalender, Kontakte, E-Mail Server und Remotezugriff: Teil 15 bis 18

Teil 15: Einrichten eines CardDAV-Servers
Teil 16: Einrichtung eines CalDAV-Servers
Teil 17: Einrichtung eines E-Mail-Servers
Teil 18: Externen Zugriff einrichten



Umfassender Ratgeber:

Einrichtung eines NAS Servers von A bis Z

Hat der NAS-Server einen Einsatzort in der Wohnung oder im Haus gefunden, geht es an die Ersteinrichtung. Herstellerübergreifend gibt es zwar einige Unterschiede im Detail zu beachten, prinzipiell gleicht sich dieser Prozess jedoch bei allen namhaften NAS-Anbietern. Wenn Sie wissen möchten, wie das genau funktioniert, sollten Sie jetzt weiterlesen!

Die ersten Schritte

Haben Sie den NAS-Server aufgestellt, mit Strom versorgt und die notwendigen Netzwerkkabel angeschlossen, können Sie ihn einfach einschalten. Da er bereits mit dem Netzwerk verbunden ist, sollten Sie ihn jetzt finden können. Am einfachsten ist die Installation des Betriebssystems immer über das Internet: Bei QNAP nennt sich das Cloud-Installation, die Basis dafür stellt ein Cloud-Key an der Seite des NAS-Servers bereit. Geräte von Synology rufen Sie über eine bestimmte URL in der Browser-Adressleiste auf, die Installation geschieht dann automatisch. Bei NAS-Servern anderer Hersteller gibt es sehr ähnliche Methoden, vielleicht handelt es sich aber auch um einen einfachen Software-Download.

In jedem Fall müssen Sie diesen Schritt zuerst ausführen, da NAS-Server in der Regel „nackt“ ausgeliefert werden. Ohne Betriebssystem handelt es sich nur um ein Stück nutzlose Hardware. Lassen Sie also zuerst diesen Installationsprozess durchlaufen und achten Sie darauf, den NAS-Server während dieser Zeit nicht versehentlich auszuschalten.

Bedenken Sie auch, dass in NAS-Servern generell keine High-End-Hardware tätig ist. Der Download der Software mag recht schnell vonstattengehen, die Installation kann aber eine Weile dauern. Abhängig vom Gerät informiert Sie der NAS-Server vielleicht mit einem kurzen Audiosignal über den Abschluss der Installation.

Blick auf die Benutzeroberfläche

Sobald diese sehr simplen, aber etwas langwierigen Schritte abgeschlossen sind, werden Sie auf Ihrem Gerät schon mit der Benutzeroberfläche konfrontiert. Übrigens bieten viele NAS-Hersteller inzwischen auch die Möglichkeit, die Server mit dem Smartphone zu konfigurieren. Empfehlenswert ist das aber nur bedingt, längere Zeichenketten schreiben sich einfacher an einer Tastatur und ein größerer Bildschirm ist auch wünschenswert.

Zuerst werden Sie sich jetzt einloggen müssen. Da es noch keine Benutzerkonten auf dem Server gibt, erfolgt der erste Login über das Administrator-Konto (das in der Regel „admin“ heißt). Abhängig vom Betriebssystem bekommen Sie hier auch gleich die Möglichkeit, diverse Benutzerkonten anzulegen. Davon sollten Sie auch Gebrauch machen, denn die permanente Nutzung eines Admin-Kontos kann eine Sicherheitslücke darstellen.

Wie Sie Benutzer und Gruppen genau einrichten, erfahren Sie in Punkt 1 dieses Ratgebers.

Konfiguration des Netzwerks

Nun folgen einige typische Netzwerk-Settings: Beispielsweise geben Sie an, wie Ihr Server heißen soll, ein einfach zu merkender Name wäre hier nicht verkehrt (falls Sie den Server später unter diesem Namen über herstellerspezifische Cloud-Angebote finden möchten). Eine Netzwerk-IP holt sich der NAS-Server für gewöhnlich automatisch via DHCP über den Router. Haben Sie dieses Feature deaktiviert, müssen Sie ihm auch eine gültige IP-Adresse zuweisen. Für größere Netzwerke interessant: Jetzt (oder auch später) können Sie bereits einer Domäne beitreten. Letztendlich gibt es noch eine WLAN-Konfiguration: Out of the Box sind zwar nur wenige NAS-Server WLAN-fähig, mit einem USB-Dongle lässt sich diese Funktion aber nachrüsten.

Generell ist es aufgrund der bescheidenen Datenübertragungsraten nicht ratsam, einen NAS-Server ausschließlich via WLAN zu betreiben. Mehr Informationen dazu und zur gesamten Netzwerkkonfiguration finden Sie in den Abschnitten 2 und 3 dieses Ratgebers!

Einrichten von Volumen und RAID-Settings

Als nächstes kümmern Sie sich um die Konfiguration der Festplatten. NAS-Systeme bezeichnen Festplatten als Volumen. Beginnen Sie mit nur einer Festplatte, haben Sie hier nicht viel Spielraum. Sobald Sie diese erste Festplatte als erstes Volumen eingestellt haben, beginnt die Formatierung mit dem Dateisystem, das vom Betriebssystem verlangt wird. Generell dauert dieser Prozess natürlich mit wachsender Festplattenkapazität immer länger.

Zusätzlich haben Sie hier bereits die Chance, die Festplatten in RAID-Arrays zu unterteilen. Welches RAID-Level Sie nutzen können, hängt auch von Ihrem NAS-Server ab. Praktisch alle Geräte unterstützen aber einfache RAID-Arrays wie RAID 0 oder RAID 1. Zusätzlich gibt es einige herstellerspezifische Varianten à la Synology Hybrid RAID. Informieren Sie sich am besten bei Ihrem Hersteller, wenn Sie etwas über die unterstützten RAID-Level erfahren möchten.

Einen genaueren Einblick in die Konfiguration der verschiedenen Festplatten und RAID-Arrays erhalten Sie in den Kapiteln 4 und 5!

Nur sicher ist gut!

Abschließend sollten Sie sich um den Schutz Ihres NAS-Servers kümmern. Da darauf wahrscheinlich viele wichtige Daten liegen werden, sollten Sie das Thema Sicherheit so früh und umfassend wie möglich angehen. Generell sind die Geräte hinter dem Router und durch ein zusätzliches (hoffentlich starkes) Passwort zwar gut geschützt – aber doppelt hält besser.

Alle namhaften Hersteller bieten dafür Antiviren-Software an, die Sie auf dem NAS-Server installieren können. Dazu kommen Firewalls, die gezielte Angriffe verhindern. Ein großer Teil der Sicherheit des Geräts kommt auch aus externer Quelle: durch Backups für Ihre Backups. Sichern Sie den Datenbestand auf dem NAS-Server in regelmäßigen Abständen auf eine externe Festplatte, sparen Sie sich im Falle eines Totalverlusts viel Ärger. Dieser Backup-Prozess lässt sich außerdem automatisieren, sodass kein hoher Aufwand auf Sie zukommt.

Interessiert? Mehr zum Thema Sicherheit und Backups für Ihren NAS-Server finden Sie in Kapitel 6!

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