NAS Ratgeber -Teil 14: Fotostreaming einrichten

NAS Ratgeber -Teil 14: Fotostreaming einrichten - Bild: © Depositphotos.com/Rangizzz (Przemyslaw Koch)

Gliederung

Dieser Ratgeber ist zur besseren Übersicht in mehrere Artikel unterteilt:

Die Ersteinrichtung: Teil 1 bis 6

Teil 1: Verwaltung von Nutzern und Gruppen
Teil 2: Beitritt zu Domänen und LDAP-Diensten
Teil 3: Konfiguration des Netzwerks
Teil 4: Einrichtung eines RAIDs
Teil 5: Erstellung von Volumes
Teil 6: Absicherung des NAS-Servers

Freigaben und private Cloud: Teil 7 bis 11

Teil 7: NAS mit PCs verbinden
Teil 8: Gemeinsame Ordner einrichten
Teil 9: Einrichtung der Netzwerkfreigaben
Teil 10: Einrichtung einer NAS-Cloud
Teil 11: Einrichten eines FTP-Servers

Fotos, Musik und Filme: Teil 12 bis 14

Teil 12: Filmstreaming über den NAS-Server
Teil 13: Einrichten von Musikstreaming
Teil 14: Fotostreaming einrichten

Kalender, Kontakte, E-Mail Server und Remotezugriff: Teil 15 bis 18

Teil 15: Einrichten eines CardDAV-Servers
Teil 16: Einrichtung eines CalDAV-Servers
Teil 17: Einrichtung eines E-Mail-Servers
Teil 18: Externen Zugriff einrichten


Um Fotos zu archivieren, eignet sich ein NAS-Server hervorragend. Bilder im Album abzulegen, ist am Ende auch schön und gut – aber irgendwann möchte man sich die Fotos auch wieder ansehen. In diesem Abschnitt erfahren Sie, wie Sie Fotos von Ihrem NAS-Server auf einem Gerät Ihrer Wahl anzeigen lassen.

Die einfache Methode: Dateien kopieren via SMB

Innerhalb des Windows Explorers oder auch Apples Finder haben Sie natürlich die Möglichkeit, den NAS-Server aufzurufen und dann über die ganz gewöhnliche Ordnerstruktur zu Ihrem Fotoalbum zu navigieren. Von dort aus können Sie die Daten dann auf Ihr Gerät (vielleicht ein Notebook oder auch ein PC) kopieren. Mit einem geeigneten Programm für die Bildanzeige – das jedem aktuellen Betriebssystem beiliegt – schauen Sie sich die Fotos dann an.

Diese Variante der Bildbetrachtung funktioniert zwar, sie ist allerdings nicht sonderlich elegant. Die Bilder werden eher trist in einem Ordner abgelegt. Albennamen, Meta-Daten & Co.: All das müssen Sie selbst hinzufügen. Programme, die einem NAS-Server beiliegen oder nachträglich installiert werden können, sind vielseitiger, optisch ansprechender und auch auf Geräten wie Smartphones verfügbar.

Deutlich aufgehübscht: Fotoverwaltung über NAS-Server

Ein moderner NAS-Server bietet Ihnen wesentlich mehr Möglichkeiten als den eher rudimentären Datenaustausch über Windows. Zwei Lösungen fallen wie folgt aus:

1.NAS-Server bringen für gewöhnlich einen simplen Bildbetrachter mit. Besitzen Sie ein Gerät von Synology, können Sie beispielsweise einfach über die File Station in den Ordner mit Ihren Fotos navigieren. Dort sehen Sie die Bilder. Mit einem Doppelklick auf eine Datei öffnen Sie das Foto und können es auch im Vollbild innerhalb des Browsers anzeigen lassen. Eine Dia-Show ist hier ebenfalls mit an Bord. Sie könnten also ein Gerät wie einen Laptop via HDMI an einen Fernseher anschließen, eine Bluetooth-Maus nehmen und die Dia-Show der Urlaubsbilder für Ihre Freunde starten.

Die Optionen sind hier relativ begrenzt, aber für einen Großteil des Foto-Streamings bereits ausreichend. Da sich diese Lösung komplett über den Browser abspielt, funktioniert sie komplett unabhängig vom Betriebssystem. Ob Sie Windows, macOS oder eines der zahlreichen Linux-Betriebssysteme verwenden, spielt also gar keine Rolle.

2.Die zweite Lösung sind proprietäre Programme der jeweiligen Hersteller – also beispielsweise Photo Station für NAS-Server von Synology. Hier können Sie selbst Alben anlegen, denen Sie Namen wie vielleicht „Spanien 2017“ geben können. Darin bewahren Sie Urlaubsbilder auf, das Programm verweisen Sie einfach auf den Ordner, in dem sie gespeichert sind. Ein großer Vorteil ist die Tatsache, dass jeder Nutzer auf Wunsch eigene Alben anlegen kann. Private Aufnahmen lassen sich dadurch wesentlich einfacher in Alben organisieren (im Vergleich zur getrennten Aufbewahren in Ordnern). Auch eine Nachbearbeitung (wenngleich nicht so umfangreich wie mit Photoshop & Co.) ist möglich.

Für das Streaming innerhalb des Netzwerks werden die Fotos über Photo Station optimiert. Sobald Sie sie zu einem Album hinzufügen, komprimiert die Anwendung die Fotos, sodass Sie nicht unter Umständen sehr große RAW-Dateien über das Netzwerk schicken. Für eine kurze Durchsicht der Fotos ist diese Option wesentlich besser geeignet. Natürlich bleiben die originalen Daten erhalten.

Mehr Optionen mit „echten“ Applikationen

Für etwas ernsthaftere Anwendungszwecke ist Photo Station also in jedem Fall vorzuziehen. Weitere Vorteile umfassen etwa die Darstellung von EXIF-Daten, sodass Sie etwa das Modell der Kamera sehen, Belichtungszeigen, Blendenöffnungen, ISO-Werte und dergleichen mehr. Auch für professionelle Anwendungszwecke ist eine echte Anwendung – die übrigens auch QNAP & Co. bieten – daher besser geeignet.

Weiterhin haben die Hersteller natürlich die Zeichen der Zeit erkannt: Direkt aus der App heraus können Sie Fotos bei Facebook, Twitter oder auch dedizierten Fotodiensten wie Flickr hochladen. Sie möchten ein bestimmtes Foto mit einer anderen Person teilen? Dann können Sie einfach http-Links generieren, die anderen Personen Zugang zu diesen Fotos geben (oder einen Account auf Ihrem NAS-Server haben zu müssen).

Dazu können Sie Standortdaten hinzufügen oder auch Personen markieren. All das können Sie einfach über Photo Station an angeschlossene Geräte mit Browsersupport streamen. Übrigens funktioniert das auch auf Smartphones oder Tablets mit iOS oder Android als Betriebssystem: Die App „DS Photo“ erlaubt Ihnen den Zugriff auf die Fotos und auch das Hochladen. So können Sie etwa im Urlaub Platz auf dem Handy schaufeln.

Foto-Streaming über DLNA

Zu guter Letzt gibt es noch die DLNA-Methode. Vorzuziehen ist diese Variante immer, wenn Sie auf dem Zielgerät keine Programme installieren können und der Browser veraltet ist – was beispielsweise auf ältere Smart-TVs zutrifft. Unterstützt der Router UPnP und sind sowohl NAS-Server als auch Fernseher DLNA-fähig, können Sie darauf Bilder anzeigen lassen. Mehr als eine Netzwerkverbindung für den Fernseher brauchen Sie nicht.

Ein „Problem“ ist auch hier die etwas triste Darstellung der Fotos. Mehr als einzelne Dateien in Ordnern dürfen Sie nicht erwarten. Von den zahlreichen Funktionen der Photo Station ist die DLNA-Lösung weit entfernt – aber sie funktioniert ohne große Konfiguration. Hübscher designt wäre eine Lösung, die einen HDMI-Dongle wie einen Google Chromecast verwendet. Von einem Tablet aus könnten Sie auf den NAS-Server inklusive Foto-Programm zugreifen und den Inhalt dann an den Fernseher streamen. Einen kleinen Aufpreis kostet ein Dongle dieser Art jedoch.

** Letzte Aktualisierung am 24.07.2017 um 10:40 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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