NAS Ratgeber - Teil 13: Einrichten von Musikstreaming

NAS Ratgeber - Teil 13: Einrichten von Musikstreaming - Bild: © Depositphotos.com/ grinvalds (Kaspars Grinvalds)

Gliederung

Dieser Ratgeber ist zur besseren Übersicht in mehrere Artikel unterteilt:

Die Ersteinrichtung: Teil 1 bis 6

Teil 1: Verwaltung von Nutzern und Gruppen
Teil 2: Beitritt zu Domänen und LDAP-Diensten
Teil 3: Konfiguration des Netzwerks
Teil 4: Einrichtung eines RAIDs
Teil 5: Erstellung von Volumes
Teil 6: Absicherung des NAS-Servers

Freigaben und private Cloud: Teil 7 bis 11

Teil 7: NAS mit PCs verbinden
Teil 8: Gemeinsame Ordner einrichten
Teil 9: Einrichtung der Netzwerkfreigaben
Teil 10: Einrichtung einer NAS-Cloud
Teil 11: Einrichten eines FTP-Servers

Fotos, Musik und Filme: Teil 12 bis 14

Teil 12: Filmstreaming über den NAS-Server
Teil 13: Einrichten von Musikstreaming
Teil 14: Fotostreaming einrichten

Kalender, Kontakte, E-Mail Server und Remotezugriff: Teil 15 bis 18

Teil 15: Einrichten eines CardDAV-Servers
Teil 16: Einrichtung eines CalDAV-Servers
Teil 17: Einrichtung eines E-Mail-Servers
Teil 18: Externen Zugriff einrichten



Einrichtung eines NAS Servers von A bis Z - Teil 13:

Einrichten von Musikstreaming

Der NAS-Server kann fast alles – also eignet er sich sicherlich auch, um Musik zu streamen und somit ein eigenes, kleines Radio zu Hause aufzubauen (das Sie natürlich auch über das Internet abrufen können). Hier erfahren Sie, wie Sie Musik über Ihren NAS-Server im Haushalt verteilen.

Musikstreaming – die einfache Methode

Jedes aktuelle Betriebssystem für NAS-Server verfügt über eine installierte Software, welche die Wiedergabe von Audio-Dateien ermöglicht. Am Beispiel des Disk Station Managers von Synology können Sie das ganz einfach ausprobieren:

  1. Öffnen Sie einen Ordner auf Ihrem NAS-Server, in dem sich Musiktitel in einem kompatiblen Format befinden (wie etwa MP3, MP4 oder AAC).
  2. Doppelklicken Sie auf die gewünschte Datei. Ein kompakter Musikplayer sollte sich öffnen, der sofort mit der Wiedergabe des Songs beginnt.

Diese Variante ist extrem einfach und hat gleichzeitig den Vorteil, dass sie auf jedem Gerät mit einem installierten Webbrowser funktioniert. Sofern Sie eine Verbindung zur Web-Oberfläche von DSM herstellen können, steht auch diese Methode des Musikstreamings zur Verfügung.

Besonders umfangreich fällt jene Methode jedoch nicht aus: Der kleine Audioplayer ist in seinen Funktionen stark beschnitten und kann wirklich nur einzelne Dateien oder spontan angefertigte Playlisten abspielen. Speichern können Sie die Listen aber nicht. Die bessere Variante hört daher auf den Namen Audio Station. Dieses Programm ist im Paketzentrum zu finden – und was es kann, besprechen wir jetzt.

Musikstreaming über Audio Station

Nach der Installation von Audio Station steht Ihnen ein Musikplayer bereit, der es mit vollwertigen Lösungen à la iTunes aufnehmen kann. Ihre Musik können Sie hier nach Genre, Albumnamen oder auch Interpreten sortieren, außerdem dürfen Sie nach Belieben Playlisten erstellen, zufällig 100 Lieder auf Ihrem NAS-Server abspielen, mit Ihren Freunde geteilte Lieder erneut anhören und dergleichen mehr. Es handelt sich um einen „echten“ Audioplayer, der für die Nutzung zu Hause keine Wünsche offenlassen sollte.

Der Weg zur Audio Station führt Sie einmal mehr über die Web-Oberfläche von DSM, sodass auch hier gilt: Besitzt Ihr Gerät einen Webbrowser, können Sie auch auf Audio Station zugreifen. Sobald Sie mit dem Abspielen der Songs begonnen haben, können Sie sie dann weiter streamen – etwa via Bluetooth an eine Soundbar oder zu ähnlichen Lösungen. Audio Station funktioniert auch über das Internet, sodass Sie auch bei Freunden beispielsweise darauf zugreifen und Musik abspielen können. Da MP3 als Dateiformat sehr platzsparend ist, sollte die Uploadgeschwindigkeit zu Hause dafür spielend ausreichen.

iTunes-Server für Musikstreaming

Neben der hauseigenen Lösung in Form von Audio Station stellt jedes Synology-NAS (und auch viele weitere Geräte anderer Hersteller) zusätzliche Lösungen bereit – wie etwa die Installation eines iTunes-Mediaservers.

Gehen Sie dazu wieder in das Paketzentrum und laden Sie sich iTunes Server herunter. Prinzipiell verbirgt sich dahinter ein Server, auf den alle iTunes-Clients zugreifen können. Typischerweise handelt es sich dabei um Apple-Geräte wie MacBook, iPad und iPhone. iTunes steht jedoch auch für Windows-Geräte zur Verfügung und kann Sie darüber ebenfalls mit Ihrer Musik beschallen.

Nach der Installation werden alle iTunes-Clients in Ihrem lokalen Netzwerk Zugriff auf den Server haben. Inhalte, die Sie in den Ordern „music“ und „video“ im Root-Verzeichnis Ihres NAS-Servers ablegen, werden von iTunes dann automatisch indiziert und stehen für die Wiedergabe bereit. Wahlweise können Sie später noch weitere Ordner festlegen. Diese finden Sie in der Systemsteuerung im Bereich „Indizierungsdienst“ unter „Medienindizierung“.

Ob Sie Audio Station oder einen iTunes-Server verwenden, ist letztendlich Geschmackssache und hängt auch von ihren verwendeten Geräten ab. Sind Sie überzeugter Apple-Nutzer, ist die iTunes-Lösung wahrscheinlich empfehlenswert, da Sie ohnehin schon im Apple-Ökosystem verankert sind.

DLNA als Alternative

Zu guter Letzt bleibt noch DLNA als Lösung, um Musik im eigenen Netzwerk zu verteilen. Wie immer gilt: DLNA funktioniert unter kompatibel Geräten normalerweise einwandfrei, aber es handelt sich gleichzeitig um eine nicht allzu opulente Lösung. Die meisten Smart-TVs etwa zeigen Ihnen die Inhalte dann in einer eher tristen Umgebung, von einem automatischen Download von Albencovern oder ähnlichen Boni fehlt jede Spur.

Interessant sind in diesem Zusammenhang die Einstellungen innerhalb von Audio Station: Öffnen Sie sie und klicken Sie oben auf „Erweitert“. Dort sehen Sie unten zahlreiche DLNA-Einstellungen. Hier aktivieren Sie unter anderem die Transkodierung. Dadurch können Sie Dateitypen, die das DLNA-Gerät nicht unterstützt, in ein kompatibles Format umwandeln lassen. Typische Ausgabeformate sind etwa FLAC oder AIFF, die viele DLNA-Receiver oder auch -Fernseher wahrscheinlich nicht unterstützen. Im Fall von AAC könnten Sie mehr Glück haben. Probieren Sie hier einfach ein wenig aus, bis die Musik hörbar auf Ihrem Gerät ankommt. Die Qualität sollte unter der Transkodierung nicht leiden.

Und Plex?

Plex wird meistens mit Videostreaming in Verbindung gebracht (mehr dazu erfahren Sie in Kapitel 12). Es hindert Sie jedoch nichts daran, auch Audiodateien über diesen Dienst zu streamen. Da Plex eigene Anwendungen für zahlreiche Endgeräte bietet, stehen die Chancen nicht schlecht, dass dies auch für Ihre Geräte der Fall ist. In diesem Fall können Sie auch über Plex Musik streamen – und das geht natürlich auch über das Internet, sofern Sie Plex entsprechend konfigurieren.

** Letzte Aktualisierung am 24.07.2017 um 10:40 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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