NAS Ratgeber - Teil 5: Erstellung von Volumes

NAS Ratgeber - Teil 5: Erstellung von Volumes - Bild: © Depositphotos.com/Luka007 (Roman Luka)

Gliederung

Dieser Ratgeber ist zur besseren Übersicht in mehrere Artikel unterteilt:

Die Ersteinrichtung: Teil 1 bis 6

Teil 1: Verwaltung von Nutzern und Gruppen
Teil 2: Beitritt zu Domänen und LDAP-Diensten
Teil 3: Konfiguration des Netzwerks
Teil 4: Einrichtung eines RAIDs
Teil 5: Erstellung von Volumes
Teil 6: Absicherung des NAS-Servers

Freigaben und private Cloud: Teil 7 bis 11

Teil 7: NAS mit PCs verbinden
Teil 8: Gemeinsame Ordner einrichten
Teil 9: Einrichtung der Netzwerkfreigaben
Teil 10: Einrichtung einer NAS-Cloud
Teil 11: Einrichten eines FTP-Servers

Fotos, Musik und Filme: Teil 12 bis 14

Teil 12: Filmstreaming über den NAS-Server
Teil 13: Einrichten von Musikstreaming
Teil 14: Fotostreaming einrichten

Kalender, Kontakte, E-Mail Server und Remotezugriff: Teil 15 bis 18

Teil 15: Einrichten eines CardDAV-Servers
Teil 16: Einrichtung eines CalDAV-Servers
Teil 17: Einrichtung eines E-Mail-Servers
Teil 18: Externen Zugriff einrichten



Einrichtung eines NAS Servers von A bis Z - Teil 5:

Erstellung von Volumes

Um Daten auf einem NAS-Server zu speichern, sind Festplatten notwendig. Diese lassen sich in den meisten Betriebssystemen in sogenannte Volumes unterteilen. Was ein Volume genau ist und wie Sie es erstellen, zeigt dieser Ratgeber.

Das Volume – was ist es und wie wird es erstellt?

Ein Volume ist im NAS-Fachjargon ungefähr das, was im „normalen“ Computerbetrieb eine Partition ist. Es handelt sich also um einen Abschnitt einer Festplatte, den Sie für die Speicherung von Daten zuweisen. Sie müssen von einer kompletten Festplatte mit beispielsweise 4 TB Kapazität nicht den gesamten Speicherplatz als Volume zuweisen. (In der Praxis sollten Sie das aber wahrscheinlich trotzdem tun, wenn der NAS-Server vor allem als Datenspeicher arbeiten soll.)

Kümmern wir uns zunächst darum, wie Sie ein Volume erstellen. Einmal mehr nutzen wir den Disk Station Manager von Synology als Betriebssystem für dieses Beispiel. Nutzen Sie andere NAS-Server, wird der Weg jedoch mehr oder weniger identisch ausfallen (alleine die Bezeichnungen diverser Optionen und Einstellungen könnten leicht abweichen).

Folgen Sie einfach dieser Schritt für Schritt-Anleitung:

  1. Klicken Sie in der Web-Oberfläche von Disk Station Manager oben links auf das Hauptmenü. Dort finden Sie den Speicher-Manager – öffnen Sie ihn!
  2. Sie werden jetzt eine Übersicht sehen, die Ihnen die aktuelle Auslastung der vorhandenen Volumes anzeigt. In der Regel werden Sie hier pro eingesetzter Festplatte ein Volume sehen. Weiterhin erfahren Sie hier, welcher RAID-Typ für diese Festplatten eingesetzt wird.
  3. Möchten Sie ein neues Volume erstellen, klicken Sie links auf „Volume“. Im folgenden Fenster sehen Sie zentral oben den „Erstellen“-Button. Dieser Button ist nicht verfügbar, wenn Sie keine Festplatte mit freiem Speicherplatz in Ihrem NAS-Server betreiben.
  4. Anschließend wählen Sie aus, ob Sie „Schnell“ oder lieber „Benutzerdefiniert“ ein Volume generieren möchten.

Auf diesen letzten Punkt gehen wir jetzt etwas genauer ein: Für einfache Anwendungszwecke dürfte „Schnell“ ausreichen. Aus der verbauten Festplatte wird dann ein Volume im SHR-RAID: Der Name steht für Synology Hybrid RAID und meint eine Methode, um Performance und Kapazitätszuweisungen auf der Festplatte auf die Ansprüche in einem NAS-Server zu optimieren. Auch als Anfänger können Sie hier praktisch nichts falschmachen, da keinerlei wirklich tiefgehende Optionen zur Verfügung stehen.

Dafür wiederum gibt es die benutzerdefinierte Option: Hier wählen Sie aus, welches RAID-System Sie einsetzen möchten. Sind zwei oder mehr Festplatten im NAS-Server vorhanden, können Sie genauer definieren, wie Sie Ihre Festplatten gerne verwalten möchten. Als Dateisystem wird unabhängig von Ihrer Auswahl EXT4 angewendet. Auch die Einrichtung mehrerer Volumes auf einer einzigen Festplatte ist dann notwendig – aber ist das auch sinnvoll?

Sinn und Unsinn von Volumes

Generell können Sie sich ein Volume so vorstellen wie eine Partition auf der eigenen Festplatte. Es dient also zu einem gewissen Grad der Organisation von Daten – aber eigentlich haben alle NAS-Anbieter dafür die Ordnerstrukturen ins Leben gerufen. Um etwa Fotos, Musik, Dokumente oder Filme zu verwalten, können Sie innerhalb des Volumes einfach Ordner erstellen, die genau die genannten Namen tragen. Sie sollten davon absehen, ein Volume für Fotos zu erstellen, ein weiteres für Filme und so weiter – zumindest in den meisten Fällen.

Hin und wieder kann es nämlich doch nützlich sein, mehrere Volumes einzusetzen. Beispielsweise könnten Sie eine 6 TB große Festplatte auf diese Weise besser einteilen. Denkbar wäre es, 4 TB für die Nutzung privater Daten bereitzustellen und weitere 2 TB für Backups, die Sie vielleicht an einem MacBook über TimeMachine vornehmen.

Unsere Empfehlung ist es daher, unterschiedliche Volumes wirklich nur dann zu erstellen, wenn der Sinn des Volumes sich grundsätzlich vom Einsatzzweck anderer Volumes unterscheidet. Erstellen Sie also beispielsweise ein Volume für Ihre Daten, ein weiteres für die Sicherung von Bildern und Videos einer Überwachungskamera und ein letztes Volume für die genannten Backups. Für kleinere organisatorische Aufgaben eignet sich die Nutzung der Ordnerstruktur wesentlich besser.

Der Nachteil zahlreicher Volumes

Gerade im Privatbereich ohne wirkliche Planung der zukünftigen Speicherauslastung bekommen Sie nämlich unter Umständen ein Problem, wenn Sie zu viele Volumes einrichten. Nehmen wir an, Sie möchten 3 TB in jeweils 1,5 TB große Volumes unterteilen. Jedes Volume dient einem anderen Zweck: Auf einem Volumen landen Ihre Bilder, da Sie ambitionierter Hobby-Fotograf sind, auf dem anderen Volume befinden sich beruflich genutzte Daten.

Nach einigen Monaten legen Sie die Fotografie auf Eis, weil der Beruf einfach zu viel Zeit frisst. Sie kommen mit der Arbeit kaum hinterher – und stoßen auf einmal an die Grenzen der Kapazität Ihres Volumes. Auf dem Fotografie-Volume wäre noch ein ganzes TB frei, aber dieser Bereich ist schließlich nicht für berufliche Daten gedacht…

Sie sehen, worauf es hinausläuft: Der Speicherverbrauch in mehreren Monaten oder Jahren lässt sich nur schlecht planen, meistens verschenken Sie viel Kapazität oder begeben sich in eine Situation, in der das Datenchaos ausbricht. Das Verschieben von Volume-Größen ist zwar möglich, aber mit Schwierigkeiten in Bezug auf die Datensicherheit verknüpft und auch zeitlich aufwendig. Unser Tipp lautet daher noch einmal, Volumes nicht als organisatorisches Werkzeug zu „missbrauchen“, sondern sinnvoll und in Maßen einzusetzen.

** Letzte Aktualisierung am 24.07.2017 um 10:40 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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