FTP, FTPS und SFTP: Was bedeutet das für meinen NAS-Server?

FTP (File Transfer Protocol) auf Haftnotizen

FTP (File Transfer Protocol) - Bild: © Depositphotos.com/chrupka (Anna Karus)

Um Daten von A nach B zu transportieren, sind unterschiedliche Protokolle für den Datentransfer notwendig – und das ist bei NAS-Systemen nicht anders. Wir schauen uns in diesem kurzen Ratgeber die Protokolle FTP, dessen sicherheitstechnische Erweiterung FTPS und die Alternative SFTP an.

Was ist FTP?

Da die beiden anderen genannten Protokolle auf FTP basieren, legen wir den Schwerpunkt dieses Artikels auf jenes FTP-Protokoll. Die Unterschiede von FTPS und SFTP zeigen wir am Ende dieses Ratgebers auf.

Das FTP ist das File Transfer Protocol – als ein Protokoll für die Datenübertragung und auch -verwaltung. FTP-Verbindungen kommen zum Einsatz, um Dateien vom Server zu einem Client herunterladen oder hochzuladen (und auch der direkte Austausch zwischen zwei FTP-Servern ist möglich, aber in Verbindung mit NAS-Servern zu Hause eher uninteressant). Zusätzlich können Sie mithilfe des FTP auch Verzeichnisse direkt auf dem Datenserver anlegen.

Sehr einfach lässt sich dies zu Hause ausprobieren, indem Sie einen beliebigen FTP-Server im Internet aufrufen. Die Adresse dazu lautet immer ftp://beispiel.de. Anstelle einer ausgeschriebenen URL handelt es sich häufig auch um die IP-Adresse des FTP-Servers, gefolgt von der Port-Nummer, die normalerweise auf 21 endet. Sobald Sie Zugriff auf den Server erhalten, sehen Sie dort eine Ordnerstruktur ähnlich wie im Windows Explorer beispielsweise. Dort können Sie Ordner erstellen, sie durchsuchen, Daten herunterladen oder hochladen und dergleichen mehr. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Sie über die entsprechenden Berechtigungen für die Durchführung dieser Operationen verfügen.

Die Vorteile eines FTP-Servers fallen umfassend aus: Die Datenübertragung zwischen Client und Server ist durch die direkte Verbindung zwischen Client und Server in der Regel sehr schnell (aber natürlich durch die eigene Netzwerk- beziehungsweise Uploadgeschwindigkeit limitiert). Dazu ist die Bedienung einfach: Sie brauchen nur einen funktionierenden Browser und können ganz einfach Ordner anlegen, Dateien umbenennen oder Daten per Drag & Drop hochladen. Reicht das noch nicht, sind Programme wie SmartFTP oder FileZilla dazu in der Lage, die Verwaltung noch zu vereinfachen.

Bequeme Datenübertragung

FTP-Server machen gerade den Upload größerer Datenmengen einfacher. Beispielsweise könnten Sie auch zu Hause mit Ihrer eigenen IP-Adresse einen dynamischen FTP-Zugang einrichten und von dort aus Freunden Daten zur Verfügung stellen. Diese benötigen nur die Adresse – wie vielleicht ftp://ihrserver.de – und einen Browser. Alle Daten, die Sie dort hochladen, stehen dann allen Personen zur Verfügung. Indem Sie den FTP-Server mit einem Benutzernamen und Passwort sichern, stellen Sie sicher, dass nicht jeder beliebige Nutzer auf Ihre Daten zugreifen kann.

Für NAS-Server funktioniert das ebenfalls: Selbst günstige Einsteigergeräte lassen sich mit FTP-Software ausstatten. Diese passen Sie dann noch an Ihre Wünsche an. Beispielsweise könnten Sie Nutzer A Zugriff auf einen bestimmten Bereich des NAS-Systems geben, während Sie für Nutzer B einen anderen Bereich reservieren. Oft ist das Ihre einzige Möglichkeit, um Daten zu übertragen, wenn es sich um Einsteigerlösungen handelt. Deutlich komfortablere Webserver (der FTP-Zugriff wirkt aus heutiger Sicht oft ein wenig „rustikal“) sind für die günstigsten Modelle häufig nicht vorgesehen.

Achtung: Upload!

Bedenken Sie, dass Sie einen FTP-Server aus Ihrem eigenen Upload zu Hause speisen. Wandeln Sie vielleicht eine größere Musiksammlung für einen Freund in handliche MP3-Dateien um und möchten diese der Person dann zukommen lassen, kann das über die Internetverbindung schon etwas länger dauern. Nehmen wir dazu an Datenpaket mit einer Größe von 1 GB und eine Uploadgeschwindigkeit von 10 Mbit/s an. Bei voller Geschwindigkeit (die in der Praxis kaum zu erreichen ist) würde der Datentransfer dann etwa eine Viertelstunde dauern. Größere Datenmengen sind dann selbst über den FTP-Server nicht mehr in einer angenehmen Zeitdauer zu übertragen – auch, wenn es eigentlich eine sehr komfortable Methode ist.

Ein Blick auf FTPS

FTPS steht für eine sicherere Methode für den Datentransfer über das FTP-Protokoll. Als das FTP-Protokoll ursprünglich entwickelt wurde – was bereits in den 1970ern der Fall war -, gab es nämlich noch gar keine Bedenken hinsichtlich der Sicherheit, da das Internet (wie wir es kennen) noch nicht existierte. Heute ist das anders, weshalb es nun FTPS gibt. Über die SSL-Ebene (die Sie vielleicht vom zusätzlichen s in „https“ kennen) wird Sicherheit erzeugt. Sowohl Client als auch Server einigen sich bei einer solchen Verbindung auf eine Verschlüsselungsmethode, um einen sicheren Datentransfer zu gewährleisten. Sollte beispielsweise ein gewöhnlicher FTP-Client versuchen, sich mit einem FTPS-Server zu verbinden, kann dieser die Verbindung einfach unterbrechen.

Im privaten Rahmen spielt FTPS eine weniger wichtige Rolle. Der Vollständigkeit halber sollte das Protokoll aber dennoch erwähnt werden.

SFTP: auch sicher, aber anders

Das Secure File Transfer Protocol setzt auf SSH, um ebenfalls sichere Verbindungen zu erzeugen. Recht einfach zu erkennen sind diese Verbindungen an der Port-Nummer, die hier auf 22 hört. SFTP ist gegenüber FTP ebenfalls deutlich sicherer, da beispielsweise Passwörter, die umfangreichen Verzeichnislisten und auch alle Dateien nur verschlüsselt vom Client zum Server oder umgekehrt wandern. Auch hier gilt: Ob SFTP im privaten Rahmen notwendig ist, dürfte zweifelhaft sein. Für eine typische Verbindung zwischen Client und NAS-Server ist das altbekannte FTP-Protokoll ausreichend, um schnell einige Daten mit anderen Nutzern zu teilen.

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